Geschmacksexplosion und Glückshormone

Da Jetlag is a Hund. Und ich mag Hunde ja nicht besonders. Sehr müde aber topmotiviert breche ich mit der Exkursionsgruppe auf den Pazifik zu besuchen. Nach dem ersten gallo pinto und einem sehr dünnen Café nebst unmotivierten Regenschauern zum Frühstück verfrachten wir das Gepäck am Dach unseres Minibusses, der im Morgenverkehr 1 h Verspätung aufgesammelt hat. Der Grund ist simpel: Regenschauer. Jetzt sollte man meinen, dass die  Bewohner der Tropen mit Regenschauern umzugehen wissen und sich nicht verhalten wie Wiener Verkehrsteilnehmer bei 1cm Neuschnee. ABER Regenschauer im Frühverkehr Ausnahme. Also Chaos wie beim Ausnahmeschneefall in Wien. Wir fügen uns dem Pura Vida und schaukeln Richtung Pazifik. Am Strassenrand gibts wieder Früchte. Eine willkommene Jause. Mango. Papaya. Rambutan. Mamon. Banane. Palmherzen. Ananas…. herrlich, saftig, fruchtig, süß, säuerlich… ein Geschmackserlebnis. Weiter geht’s bis der Fahrer Ademar ein Faultier in den Bäumen entdeckt. Das geschulte Auge eines Beobachters. Mein erstes Faultier. LIVE. Und mit 3 Zehen. Es hat gefressen – in einer Stellung, die mir eher sehr imponiert hat. FITTIER hätte besser gepasst. Faul geht anders.

In der Hacienda angekommen beziehen wir Cabinas mit Kochnische und viel Platz. Die erste Messkampagne schreit nach Durchführung. Mein Geist (und vor allem mein Körper) schrein nach Vereinigung mit dem gewaltigen, wilden Pazifik. Rein in den Bikini, Messgeräte geschultert und ab durch den Wald. Und da ist er: Laut und wild. Die Wellen hoch, der Strand scheint endlos. Ich kann mich kaum halten. Zuerst die Arbeit dann das Vergnügen – aber dann gibt’s kein Halten. Salz – Steine – Sand und unheimlich viel Kraft brechen in Schüben auf mich herein. Plötzlich, völlig in einer anderen Welt fühle ich unglaubliche Fröhlichkeit. Das Herz geht auf – nein zerreißt, weil so viel Freude auf einmal das ganze Gemüt flutet. Eine Erleichterung macht sich breit. Die Erlösung. Von was auch immer. Die Wellen und ich. Bis zur Erschöpfung springe ich in sie hinein, um dann zufrieden in den Sand zu fallen. Wehmütig trenne ich mich wieder. Die Sonne fällt quasi ins Meer. Das dauert hier nur 15 min. Dann ist es stockfinster. Mit Rum spüle ich das restliche Salz in den Körper. …. bis irgendwann du wilde Schönheit.

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2 Gedanken zu “Geschmacksexplosion und Glückshormone

  1. Hallo Birgit! Bewundere deine Abenteuerlust und freu mich, dass ihr schon recht gut unterwegs seids!
    Wir freuen uns jetzt schon auf eure Kids in Wien wo wir sie ev. von Do. bis Samstag besuchen!
    Viele Erlebnisse in der Natur wünschen dir Gerald und Renate

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